Am bedeutenden Wallfahrtsort Altötting wurde Dr. Achim Funder, Ruhestandspfarrer aus dem Erzbistum Paderborn, feierlich in den Kreis der Stiftskanoniker des Kollegiatstifts zum Hl. Rupertus aufgenommen.
Das Kollegiatstift blickt auf eine lange Geschichte zurück. Nach seiner Auflösung im Jahr 1804 wurde es 1928 durch den Bischof von Passau mit Weltpriestern neu errichtet. Die Stiftskanoniker übernehmen gemeinsam liturgische und seelsorgerische Aufgaben. Sie begleiten die zahlreichen Wallfahrerinnen und Wallfahrer mit Gottesdiensten, Predigten und Sakramenten.
Die besondere Bedeutung als Glaubens- und Wallfahrtszentrum zeigt sich in den jährlich kommenden zahlreichen Pilgern, die vor allem zu Pfingsten, Fronleichnam und Mariä Himmelfahrt nach Altötting kommen, und den über 2.000 Votivtafeln rund um die Gnadenkapelle. Sie zeugen von Dank für erfahrene Heilungen und Rettungen. Zwei berühmte Heilswunder sind von Altötting bekannt. Im Jahr 1489 soll ein ertrunkenes Kind durch das Gebet der Mutter vor der schwarzen Madonna auf dem Kapellplatz wieder zum Leben erwacht worden sein. Ein weiteres Kind, das von einem Fuhrwerk überrollt worden war, soll nach dem Gebet vor der Gnadenmutter unversehrt wieder genesen sein.
Bei der feierlichen Investitur erhielt Dr. Funder das zehnte Kanonikat und damit seinen Platz im Chorraum der Stiftsbasilika St. Philippus und Jakobus am Kapellplatz. Vor der Aufnahme waren die Zustimmung des Erzbistums und die Ablegung eines Treueeides erforderlich. Darin verpflichtet sich der neue Stiftskanoniker, die priesterlichen Dienste gemäß den Statuten des Kollegiatstifts nach seinen Kräften zu erfüllen. Anschließend überreichte Stiftspropst Dr. Klaus Metzl ihm die Insignien des Kanonikers. Erkennbar sind die Stiftskanoniker an der roten oder violetten Soutane, der Mozetta, dem Birett und dem blauen Band mit dem Kapitelskreuz des heiligen Rupertus. Auch über den Tod hinaus sorgt das Kollegiatstift für seine Mitglieder: In der Gruft der Sebastianikapelle befinden sich die Grabstätten der Kanoniker.
Die anwesenden Gläubigen erlebten die Aufnahme von Dr. Funder als ein besonderes Zeichen des Glaubens.
Der Pastorale Raum Medebach-Hallenberg plant für den 1. bis 3. Juli 2027 eine Wallfahrt nach Altötting.