Liebe Gemeindeglieder im Pastoralen Raum Medebach-Hallenberg,
Am 8. Mai wurde von der Bistumsleitung bekannt gegeben: Das Erzbistum Paderborn wird künftig in 21 Seelsorgeräume gegliedert sein. Die meisten dieser Seelsorgeräume orientieren sich an den bisherigen Dekanatsgrenzen. Das Dekanat Hochsauerland-Ost wurde aber, dem Votum der Mehrheit entsprechend, geteilt. Der Pastorale Raum Medebach-Hallenberg gehört künftig zum Seelsorgeraum, der gemeinsam mit den jetzigen Pastoralen Räumen Bigge-Olsberg und Winterberg gebildet wird. Ein sinnvoller Name für diesen Raum muss wohl noch gefunden werden.
Die neuen Seelsorgeräume werden zum 1. Advent 2026 errichtet. Damit beginnt eine Übergangszeit, in der sich die neuen Räume auf ihre pastoral-inhaltliche Ausgestaltung vorbereiten werden. Wichtig ist: Mit der Errichtung der Seelsorgeräume ist noch nicht entschieden, welche Gottesdienste oder Angebote sich vor Ort verändern. Diese Fragen werden erst in den kommenden Schritten mit dem Start der jeweiligen Leitungstrios (Pfarrer, Pastoraler Koordinator, Verwaltungsleitung) beraten und gestaltet.
Auch der Dienst der bisherigen Pfarrer, Pastöre und Gemeindereferenten endet nicht direkt mit der Errichtung der Seelsorgeräume. Es wird ab dem 1. Advent zunächst eine Übergangsleitung geben, die in der Regel vom Dechanten und Vertretern der Pastoralen Räume wahrgenommen wird. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, die neuen Räume vorzubereiten, die Beteiligten zusammenzuführen, Prozesse zu ordnen und die nächsten Schritte zu begleiten.
Ankerzeit
Die Übergangsphase vom 1. Advent 2026 bis zum 1. Advent 2027 will eine geistliche „Ankerzeit“ sein. In dem einen Jahr sollen sich haupt- und ehrenamtlich Engagierte sowie weitere Interessierte in den neuen Seelsorgeräumen besser kennenlernen, geistliche Angebote wahrnehmen und über Glaubenserfahrungen ins Gespräch kommen. Die Ankerzeit soll helfen, die Veränderungen nicht nur organisatorisch, sondern auch geistlich mit zu vollziehen. Es geht nicht darum, die Kirche stärker von ihrer Sendung her missionarisch zu denken: Wie erreicht die Kirche Menschen heute? Wo brauchen Menschen Nähe, Orientierung, Gemeinschaft und Glaubenszeugnis? Wie kann Kirche auch künftig ansprechbar und verlässlich sein?
Jeder künftige Seelsorgeraum soll aus einer Pfarrei bestehen
Aus über 600 Pfarreien im Erzbistum werden 21! Der Weg dorthin erfolgt schrittweise; nicht alle Pfarreien werden zu einem Stichtag errichtet. Erste Fusionen von Kirchengemeinden sind ab 2028 vorgesehen. Das heißt für uns: die jetzt noch selbständigen Pfarreien werden allesamt aufgelöst und zu einer einzigen neuen Pfarrei mit einem neuen Namen errichtet. Dafür sollen im Seelsorgeraum lokale Verantwortungsstrukturen ausgebaut werden – sogenannte Substrukturen. Dort wird das kirchliche Leben vor Ort wie bisher vor allem ehrenamtlich inhaltlich und organisatorisch verantwortet: Zum Beispiel für Gottesdienste, Gruppen, soziale Angebote, Gebäude oder konkrete Aufgaben am Ort. Auch die Gremienarbeit wird sich weiterentwickeln. Der Kirchenvorstand und der Rat der Pfarrei werden künftig auf den gesamten Seelsorgeraum blicken, etwa bei Fragen zu Gebäuden, Finanzen, Verwaltung und pastoralen Rahmensetzungen. Zugleich soll Verantwortung vor Ort nicht verloren gehen. Was vor Ort entschieden werden kann, soll auch weiterhin vor Ort entschieden werden – mit möglichst großem Gestaltungsspielraum, Vollmachten und Finanzbudget für das kirchliche Leben vor Ort.
Leitung des Seelsorgeraumes
Nach der Übergangszeit soll ab 2028 die Leitung des neuen Seelsorgeraumes kooperativ wahrgenommen werden: Durch ein Leitungstrio aus Pfarrer, Pastoraler Koordination und Verwaltungsleitung. Damit werden pastorale, administrative und koordinierende Verantwortung enger miteinander verbunden. Weitere pastorale Mitarbeitende werden als Pastoralteam für den gesamten Seelsorgeraum zur Verfügung stehen. In jedem Seelsorgeraum soll es mindestens zwei Priester geben.
Verlässliche Orte und Gemeindeteams
Eine wichtige Rolle spielen „verlässliche Orte“. Das können Kirchen, Einrichtungen, soziale Orte, Gruppen, Verbände oder andere kirchliche Orte sein. Sie können lokal oder thematisch geprägt sein und hauptberuflich und/oder ehrenamtlich von lokalen oder thematischen Gemeindeteams getragen werden. An solchen Orten finden Menschen dauerhaft Ansprechpartner, Gottesdienste, Gemeinschaft oder Angebote zu wichtigen Lebensthemen.
Pastorales Zentrum
In jedem Seelsorgeraum wird es ein „Pastorales Zentrum“ geben (die Orte sind noch nicht festgelegt). Dort sollen das Pastoralteam und die Verwaltung verlässlich erreichbar sein; außerdem sollen dort zentrale pastorale und liturgische Angebote, Eucharistie und Sakramente gebündelt werden. Um das Engagement vor Ort zu fördern, wird pro Seelsorgeraum ein hauptberuflicher Engagementförderer zusätzlich eingesetzt werden.
Neue Verwaltungsstruktur
Parallel zur Pastoral wird auch die Verwaltung im Erzbistum Paderborn neu geordnet. Dieser Umbau folgt den Herausforderungen der Pastoral. Wenn Kirche künftig in größeren Seelsorgeräumen arbeitet, braucht es eine einheitliche Bistumsverwaltung, die professionell unterstützt. Deshalb werden die Aufgaben neu geordnet und gebündelt. Ziel ist es, Doppelstrukturen abzubauen, Zuständigkeiten klar zu regeln und die Unterstützung für Kirchengemeinden und Einrichtungen verlässlicher zu machen.
Liebe Gemeindemitglieder,
wir werden ganz neu denken müssen, wenn wir in Zukunft von „Gemeinde“ sprechen. Das wird spannend und in jedem Fall herausfordernd sein. Auch wenn sicher noch viele Fragen offen bleiben, bitte ich alle herzlich, sich auf den neuen Weg einzulassen, der vor uns liegt, damit der Weg in die Zukunft mit Gottes Hilfe gelingen kann.
Pfarrer Dr. Achim Funder
Detaillierte und aktuelle Informationen finden Sie im Internet unter bistumsprozess.de