Am Sonntag, 28. Dezember, verabschiedete sich Vikar Jijo Pidiyath mit einer feierlichen Messe in St. Peter und Paul Kirche, Medebach an der eine große Gemeinde und viele Vereine mit ihren Fahnenabordnungen teilnahmen.
Pfarrer Dr. Achim Funder, sprach in den Eröffnungsworten, dass für ihn das zehnjährige Wirken von Vikar Jijo wie im Flug vergangen sei. Aus Indien kommend, habe er die Herausforderungen einer fremden Kultur dank seiner Intelligenz, Sprachbegabung, Empathie und Menschenfreundlichkeit hervorragend gemeistert. „Er lernte unsere Bräuche kennen und schätzen und er suchte die Nähe zu den Menschen. Nun nehmen wir mit Dank und etwas Wehmut Abschied von ihm. Schön wäre es gewesen, wenn er geblieben wäre. Sein Dienst und seine freundliche Art werden uns in guter Erinnerung bleiben. Wir wünschen ihm für seine neue Aufgabe in Indien alles Gute.“
Dechant Matthias Kamphans bezeichnete Vikar Jijo in seiner Predigt als einen Mann, der mit seiner ganz eigenen Art innerlich Spuren hinterlassen habe – nicht in Stein gemeißelt, sondern in die Herzen der Menschen geschrieben.
Kamphans zog einen Vergleich zu alten Gebäuden, in denen sich oft die Handschrift vieler Generationen finde. Auch Jijo habe seine Spuren hinterlassen, indem er die Weltkirche in das Sauerland gebracht habe. „Indem Du vieles von deinem Leben, von deiner Identität, von den Riten deiner Heimat in die Feier der Gottesdienste eingebracht hast. Diese deine Spuren haben wir deutlich erkannt und erlebt“ so Kamphans. Besonders beeindruckt zeigte er sich von Jijos Höflichkeit, Zuvorkommenheit und seiner Fähigkeit, selbst Unverständliches verstehen zu wollen. „Diese Höflichkeit ist nicht nur eine Floskel, sondern eine Haltung und ein Herzensanliegen.“ Hinzu komme seine verlässliche Treue, mit der er den Auftrag seines Bischofs erfüllt habe und trotz aller Herausforderungen seinen Weg gegangen sei. „Du bist vor ihnen nicht weggelaufen, auch wenn es mitunter körperliche Anstrengungen gekostet hat“. Die Hilfe in Notsituationen, die Begleitung bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen, die Verkündigung des Evangeliums – all das habe Jijo auf seine Weise getan und damit die Menschen erreicht und beeindruckt.
Vikar Jijo Pidiyath hielt sich mit seinen Antworten bewusst kurz, da er schon im Zeitungsbericht und im Weihnachtspfarrbrief vieles gesagt habe. Er bedanke sich bei all denen, die ihm von Anfang an mit Toleranz begegnet seien, die ihn großzügig unterstützt und ihm beim Einleben ins ordentliche Deutschland geholfen hätten. Sein Dank galt allen Wegbegleitern – vom Erzbistum Paderborn, über das Pastorale Team Medebach-Hallenberg bis hin zu jenen, die mit ihm die Heilige Messe feierten.
Gerne denke er an die vielen kleinen Begebenheiten zurück, die er gemeinsam mit den Menschen habe erleben dürfen. „Diese Erinnerungen werde ich immer in meinem Herzen bewahren.“ Als Beispiel berichtete Vikar Jijo von einem kleinen Mädchen, dass bei der Tauffeier unbedingt neben ihm habe sitzen wollen. Pidiyath: „Es sagte: „Pastorchen, ich möchte dich fressen!“ Diese kindliche Wertschätzung eines Priesters könne das Mädchen nicht von sich aus, sondern nur über seine Familie vermittelt bekommen haben. Und das passe zum Fest der Heiligen Familie, denn durch die Familie könnten christliche Werte weitergegeben werden.
Vikar Jijo: „Viele von Euch sind mir ans Herz gewachsen, was mir den Abschied noch schwerer macht. Ein Wunsch von mir ist es, den gegenseitigen Kontakt zu halten, auch wenn ich jetzt in meine Heimat zurückkehre.“ Dieser Kontakt diene der geistlichen Verbundenheit zwischen seiner alten und neuen Gemeinde zur gegenseitigen Bereicherung. „Wir sind durch das Gebet weiter verbunden, besonders in der Heiligen Messe. Einer weiteren Indienreise und einem Besuch meinerseits bei Ihnen, steht auch in Zukunft nichts im Weg.“ Zudem lasse sich der Austausch von IT- und Pflegefachkräften weiter fördern. Dieses Projekt hat Vikar Jijo gemeinsam mit Friedrich Köster und Ulrike Berkenkopf auf den Weg gebracht. Weiterhin hoffe er auf Unterstützung für soziale Projekte in seiner Heimat. Vikar Jijo: „Lieben herzlichen Dank für Ihre Spendenbereitschaft in all den Jahren, womit ich viel Gutes in meiner Heimat bewirken konnte“. Um seine Ziele zu erreichen, möchte er eine Gruppe gründen, die einen regelmäßigen Austausch mit ihm in Indien sicherstellt und die Umsetzung vor Ort aktiv unterstützt.
Spenden für Vikar Jijo gerne auf das Konto der Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul Medebach DE31 4606 2817 3530 2640 00
Friedrich Köster, der damals an der Indienreise teilgenommen hat, ergänzt die Worte des Vikars. Dank des Vikars habe die Reisegruppe das wahre Indien kennenlernen dürfen – mit all seiner Schönheit, aber auch mit den dort existierenden Nöten und Sorgen. Er sprach sich daher für eine Initiative aus, die den Kontakt zu dem Vikar hält, um weiterhin soziale Projekte zu unterstützen und den Fachkräfteaustausch fortzuführen.
Nach der Messe waren viele Gläubige, Freunde und Vereine bei einer kleinen Feier im Kolpinghaus und haben sich persönlich von Vikar Jijo verabschiedet.
Ein kurzer Einblick in die Feier gibt es hier